Amsterdam | Exkursion

By admin, 24. September 2015

Amsterdam Exkursion 2015 | Nachbericht

Als Auftakt für den Studienbeginn im Wintersemester 2015/16 haben sich die Erstsemester im Masterstudiengang Corporate Architecture zusammen mit ihren Kommilitonen aus dem 3. Semester auf den Weg nach Amsterdam gemacht. Das Ziel wurde ausgewählt, da die Stadt auf besondere Weise eine traditionelle Bau- und Lebensweise mit modernen und zukunftsweisenden Aspekten zu kombinieren weiß und dabei einige spannende Beispiele zur Corporate Architecure anbietet. Geleitet wurde die Exkursion von Prof. Jochen Siegemund und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katharina Koppe.

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Die dreitägige Exkursion wurde von einem vielseitigen Programm bestimmt, aber auch die sprichwörtliche niederländische „Gezelligkeit“ kam dabei nicht zu kurz. Um ein authentisches Bild der Stadt zu erhalten, wurden die Ziele stilgerecht mit Fahrrad und Fähre erkundet.

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Die erste Fahrradtour führte uns in den Westen Amsterdams. Nach der Besichtigung des Silodams (MVRDV) und einem kurzen Halt im Het Schip, dem Museum der Amsterdamer Schule von Michel de Klerk, fanden wir uns in der Westergasfabrik ein. An allen Stationen hatten die Studierenden Kurzvorträge vorbereitet. So erfuhren wir hier beispielsweise von der ursprünglichen Nutzung des Geländes als Gaswerk und dem Prozess, der es zum heutigen Raum für Kunst und Kultur gemacht hat.

Bereits nachmittags waren auch die zaghaften Radfahrer an das Amsterdamer Tempo gewöhnt und wir kamen pünktlich bei concrete an, einem Büro für Architektur, Innenarchitektur, Städteplanung und Markenentwicklung. Dort präsentierte uns Tobias Koch ausgewählte Projekte aus dem Bereich Corporate Architecture und stand bei unseren Fragen zum Gestaltungsprozess und Projektablauf bei concrete Rede und Antwort. Für die Studierenden war das ein kurzweiliger und informativer Einblick in ihre zukünftige Arbeitswelt anhand der Arbeit von concrete. Einen schönen Ausklang fand der erste Tag in der Amsterdamer Traditionsbrauerei Troost.

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Der zweite Tag begann mit einer ausgedehnten Fahrradtour zum Amsterdamer Osten, wo wir die Vielfalt und Kreativität der Insel-Bebauungen in Verbindung mit traditionellen Bauweisen besichtigen konnten. Unter anderem die Steigereiland bot uns einen schönen Überblick über den kreativen und individuellen Umgang mit dem Bauland.
Von dort aus führte der Weg in den Norden, wo direkt neben dem Shell-Gebäude 2012 das neue EYE. Film Instituut Nederland eröffnet worden ist. 2005 konnte das österreichische Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects den internationalen Gestaltungswettbewerb für sich entscheiden und plante das Gebäude nach dem Vorbild einer Muschel, die sich über das Ij in Richtung der Amsterdamer Innenstadt öffnet. Im Inneren befindet sich eine Dauerausstellungen über die Geschichte des Films, Räumlichkeiten für Wechselausstellungen, Kinosäale, sowie ein Restaurant mit Blick in den Hafen.

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Mit der Fähre ging es zurück in die Innenstadt, wo wir nach der Mittagspause im ARCAM architectuurcentrum amsterdam einkehrten. Das Arcam versteht sich als Plattform und Sprachrohr der Amsterdamer Architekturszene und informiert gerne über die Entwicklung der Stadt und ihre aktuellen Tendenzen. Darüber hinaus werden hier Vorträge und Ausstellungen organisiert und durchgeführt; ebenfalls finden hier Architekten und Bauinteressierte zusammen.

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In direkter Sichtbeziehung zum Arcam befindet sich das Nemo Science Centre von Renzo Piano. Baulich interessant war die Entwicklung des Gebäudes oberhalb der Straßenunterführung, die die Innenstadt mit dem Amsterdamer Norden verbindet. Als Autofahrer fährt man direkt auf das Gebäude zu und wird in die Unterführung unterhalb des Gebäudes geleitet. Wo der Fahrer nach unten fährt, steigt das Gebäude an und wirkt durch diesen Winkel selbst wie ein Schiff im Hafen. Die Dachfläche bietet einen umfassenden Ausblick auf die Stadt und lädt zu einer Verschnaufpause ein.

Weniger um Architektur als um künstlerisch-gesellschaftlichen Gestaltungswillen ging es bei unserem Besuch bei mediamatic. Die kulturelle Institution versteht sich selbst als Ort des kreativen Zusammenkommens und bietet neben dauerhaften Installationen auch Workshops, Diskussionsforen, Camps und Ausstellungen an. Spontan beschlossen wir, den Abend mit einem Vortrag über Olfactory: art and other smelly businesses zu verbringen und unsere Wahrnehmung durch den unsichtbaren Baustein Duft zu bereichern.

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Einen Einblick in die traditionelle Bauweise des Amsterdamer Hauses erhielten wir u.a. durch den Besuch des Beginenhofes in der Innenstadt am letzten Exkursionstag. Dieser friedliche Ort, der im 14 Jhd gegründet und im 17 Jhd umfassend renoviert wurde, ist so gut versteckt, dass wir den Eingang nicht direkt finden konnten. Belohnt wurde die Suche mit einem Moment der Ruhe inmitten des hektischen Treibens der Stadt.

Um moderne Museumserweiterungen und Ausstellungen im musealen Kontext ging es bei dem Besuch des Stedelijk Museums. 1895 als stadtgeschichtliches Museum gegründet, beherbergt es heute international ausgerichtete moderne Kunst. Nach einer Bauzeit von vier Jahren konnte 2012 der moderne Anbau von Benthem Crouwel Architekten eröffnet werden. Vom Architekten selbst stammt der Spitzname „Badewanne“. Diese Assoziation ist berechtigt. Das Gebäude aus weißem Kunststoff setzt sich durch seine schwebende Form deutlich vom historischen Gebäude ab. Im Innenraum wird dieser deutliche Kontrast leider weder in den Ausstellungsinhalten noch in der Materialgebung der Ausstellungsräume sichtbar.

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Von der modernen Kunst ging es über zur Markenpräsentation des Unternehmens Heineken. Mit der Heineken Experience hat das Unternehmen eine Ausstellung im ehemaligen Brauereigebäude konzipiert, die vom Ursprung über die Entwicklung der Marke bis hin zur heutigen Bedeutung in Markt und Gesellschaft informiert. Natürlich konnte hier auch ausreichend probiert werden.

Den Abschluss bildete ein gemeinsames Essen im Asiatischen Restaurant Happyhappyjoyjoy, das von concrete nach dem Vorbild der lebendigen Straßen in Asien mit ihren vielfältigen Straßenmärkten und offenen Essgelegenheiten entworfen worden ist.

Gut gestärkt und voller neuer Eindrücke traten wir am Freitagabend die Heimreise an.

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